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Gabriele Andretta
Angesichts des neuen OECD-Berichtes „Bildung auf einen Blick 2008“ sieht die SPD-Fraktion dringenden Handlungsbedarf in Niedersachsen:
„Es wird höchste Zeit, mehr in Bildung zu investieren“, sagte Fraktionsvize Dr. Gabriele Andretta. „Wir brauchen eine echte Bildungsoffensive, wenn wir gerade im wichtigen Bereich der hochqualifizierten Fachkräfte nicht weiter an Boden verlieren wollen.“
Weniger Abiturienten nehmen Studium auf
Während im OECD-Durchschnitt der Anteil an Studienanfängern eines Jahrgangs bis 2006 auf 56 Prozent stieg, stagniert er in Deutschland bei 35 Prozent. In Niedersachsen lag die Studierquote in 2006 sogar nur bei 27 Prozent.
Zwar ist die Quote der Abiturienten in Niedersachsen seit 2001 von niedrigem Niveau leicht gestiegen. Dennoch nahmen im selben Zeitraum weniger Abiturienten ein Studium auf.
Jugendliche ermuntern, nicht abschrecken
Angesichts des schon jetzt beklagten Fachkräftemangels ist dies ein alarmierender Befund. „Wer mehr Hochqualifizierte will, braucht mehr Studierende und Absolventen“, so Andretta. „Statt mit Studiengebühren Studierwillige aus einkommensschwächeren Familien abzuschrecken, müssen diese jungen Menschen schon früh in den Schulen ermutigt werden.
Gleichzeitig ist es notwendig, die Durchlässigkeit im Bildungssystem zu verbessern und unsere Hochschulen für beruflich Qualifizierte ohne Abitur zu öffnen. Nur so kann dem Engpass bei den hochqualifizierten technischen und naturwissenschaftlichen Fachkräften entgegengewirkt werden.“
Niedersachsen spart bei Bildung
Statt in die Bildung zu investieren, spart Niedersachsen bei der Bildung. Andretta verweist auf die sinkenden Ausgaben des Landes im von der Landesregierung vorgelegten Haushaltsentwurf 2009. Laut Mittelfristiger Finanzplanung sinkt der Anteil der Ausgaben für Hochschulen, Schulen und Berufsausbildung am Gesamtetat bis 2012 – im Bereich Hochschulen und Forschung von 8,48 Prozent in 2008 auf 8,13 Prozent in 2012, im Bereich Schule und Berufsausbildung im selben Zeitraum von 16,17 auf 14,82 Prozent. Die SPD fordert eine deutliche Erhöhung der Bildungsinvestitionen. „Wenn die Regierung Wulff dem Thema Bildung nicht endlich Vorfahrt gewährt, bleibt Niedersachsen in dieser wichtigen Zukunftsfrage das Land des Hinterherhechelns“, sagte Andretta.