Das kommt in „den besten Familien“ vor.
Lea-Sophie, Jessica oder Kevin: Sie stehen stellvertretend für viele Fälle von Verwahrlosung, Misshandlung oder gar Kindsmord. Ihre Schicksale spielten sich unabhängig vom Bildungsstand oder Einkommen der Eltern ab. Gemeinsam war bei allen Fällen, dass die Kontrollen versagten. – Die Kontrollen des privaten Umfeldes und auch die des Staates.
Eine Kindheit in Armut.
Deutschland ist ein reiches Land. Aber es leistet sich drei Millionen Kinder in Armut. In Niedersachsen wachsen mehr als 16 % der Kinder im Mangel auf. Oft leben sie in isolierten Wohnvierteln. In Kindertagesstätten und Schulen sind hungrige Kinder wohlbekannt. Sie bleiben häufig ohne gute Schulbildung und haben dann auf dem Ausbildungsmarkt kaum Chancen.
Nur Kürzungen für die Kurzen.
Die niedersächsische Landesregierung reagiert bislang mit Flickschusterei. Hier ein kleines Projekt, dort ein Runder Tisch mit Betroffenen – so täuschen die Verantwortlichen Aktivität vor. Doch sobald das Thema aus den Medien verschwunden ist, regiert wieder der Rotstift: Lernmittelfreiheit abgeschafft, Sprachförderung gekürzt, Sozialarbeit auf Sparflamme – das ist der Dreiklang der Regierung Wulff.
Ein Programm für unsere Kinder.
Die SPD hat ein umfangreiches Konzept aufgelegt, um Kinder zu schützen und zu fördern. Die Kernpunkte sind:
- Bildung muss gebührenfrei werden. Kindergartengebühren gehören ebenso abgeschafft wie die Lernmittelfreiheit und der kostenlose Schülertransport eingeführt.
- Das Krippen- und Ganztagsschulangebot wird flächendeckend ausgebaut.
- Die Sprachförderung soll zum Schwerpunkt in unseren Bildungseinrichtungen werden.
- Die Kindesgesundheit ist durch ein Maßnahmenbündel wie Pflichtuntersuchungen und Familienhebammen sicherzustellen.
- Koordiniert werden diese und weitere Beratungsangebote durch Familienzentren am Ort.
- Außerdem: Kinderrechte gehören in die Verfassung.